In dem Bemühen, neue Wege auf dem Gebiet der kindgerechten Betreuung im Vorschulalter zu realisieren, haben wir eine gründliche Analyse in verschiedenen Kindereinrichtungen vorgenommen, in die auch Erkenntnisse auf dem Gebiet der gesundheitlichen Betreuung schwer- und chronisch erkrankter Kinder in der Region Bács-Kiskun eingeflossen sind.
Wir kamen zu der Erkenntnis, dass die Betreuung der Kinder zwar medizinisch gesichert ist, die Unterbringung aber zu optimieren wäre.
Als Beispiel möchte ich das Kinderheim „ Napsugàr“ in Kecskemét nennen, wo Kinder zwar fürsorglich betreut, aber in einem viel zu großen Gebäude untergebracht sind. Hospitationen von Tagesstätten gesunder Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren führten uns zu der Erkenntnis, dass die räumlichen Bedingungen noch nicht dem Standard westeuropäischer Staaten entsprechen. Die Welt der Kinder ist ebenso vielschichtig gegliedert wie die der Erwachsenen. Es sind schwer- krebskranke- und chronisch kranke Kinder in die Gesellschaft gesunder Kinder zu integrieren, was nur in räumlicher Nähe zu erreichen ist. Das sehe ich als eine Aufforderung an unser christliches Menschenbild, dem wir in unserem Handeln verpflichtet sein sollten.
Regenbogen-Kinderland
Das „Regenbogen- Kinderland“ sollte in Kecskemét auf kommunalem Gelände als Neubau errichtet werden.
Es werden 3 Gebäude auf einem großzügigen Areal mit kindgemäß gestaltetem Außenbereich errichtet.
1. Haus Kinderland
In diesem soll eine deutsch-ungarische-englische Tagesstätte entstehen, die Kindern von
Minderheiten in Ungarn, wie auch ungarischen und ausländischen Kindern ein gleichberechtigtes und fröhliches Miteinander garantiert.
Im spielerischen Umgang und unter Anleitung mehrsprachiger Erzieherinnen werden diese Kinder nicht nur mit den verschiedenen Kulturen, sondern auch mit deren Sprache vertraut gemacht.
Die europäische Vision und Bekanntschaft mit den Wurzeln des Umgangs untereinander werden den Kindern auf dem Weg in die Zukunft behilflich sein. Ein regelmäßiger Ferienaustausch mit Kindern aus Deutschland wird von unserem Verein realisiert werden in Zusammenarbeit mit adäquaten deutschen Einrichtungen aus den Partnerstädten.
2.Haus Regenbogen
Hier können die Kinder von „Napsugár“ untergebracht werden.
Diesen Kindern muss besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, da einige Kinder kaum noch Kontakt zu Eltern haben und deshalb sehr isoliert im Heim leben.
Hier gilt es, Transparenz herzustellen, persönliche Kontakte wenn es möglich sein sollte oder Blickkontakt zu den Kindern von Kinderland. Ein Raum der Kommunikation, der Besuche und Begegnungen ermöglicht, sollte vorhanden sein.
3.Haus
Haus der Gefühle
Dieses Haus nimmt Kinder auf, deren Lebenserwartung nach ärztlicher Attestierung nur noch kurz ist.
Unter psychosozialer, religiöser und medizinischer Betreuung können Eltern und Kinder gemeinsam mit anderen betroffenen Familien den letzten Weg ihres geliebten Kindes begleiten. Nicht abgeschieden, anonym und allein, sondern im behüteten Umfeld unseres „Kinderlandes“ wird es sich leichter ertragen lassen.
„Alles fließt“, sagte einmal Heraklid, ein alter Philosoph. Ist dieses Projekt nicht ein Spiegelbild dessen?
Ein mobiler Hospizdienst für Kinder ergänzt die Häuser „Regenbogen“ und „Haus der Gefühle“ in ihrer Funktion.
Außenbereich
Garten der Sinne
Das Umfeld soll gartenbautechnisch so gestaltet sein, dass Wege die Gebäude verbinden.
Er soll einen Lebensweg darstellen, der sich durch Spielplatz, Skulpturenpark(von einheimischen Künstlern gestiftet) über einen „Garten der Sinne“ mit vielen Blumen und Pflanzen windet.
Er endet aber nicht am „Haus der Gefühle“, sondern bewegt sich im Kreis, denn:
… alles fließt!
Bilder: Quelle "Kinderhospiz Sternenbrücke"